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Extraktion der Weisheitszähne

Normalerweise besteht das bleibende Gebiss eines Erwachsenen aus 32 Zähnen: pro Kiefer vier Schneidezähne, zwei Eckzähne, vier Vorbackenzähne und sechs Backenzähne. Die hintersten der Backenzähne allerdings kommen erst im Erwachsenenalter heraus, zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr. Weil man früher Alter mit Weisheit gleichsetzte, heißen sie auch Weisheitszähne; der Zahnarzt nennt sie schlicht „Achter“.

Bei etwa 80 Prozent aller jungen Erwachsenen erscheinen sie freilich gar nicht, sondern bleiben im Kiefer stecken. Oder es kommen nur einige hervor. Recht oft aber machen die Weisheitszähne Probleme und müssen dann gezogen werden.

Erbe unserer Steinzeit-Vorfahren

Eines der Probleme ist Platzmangel im Kiefer. Vor Jahrmillionen hatten unsere Vorfahren längere Kieferknochen. So war Raum genug für alle Backenzähne, und sie wurden zum Zerkleinern harter Pflanzennahrung auch gebraucht. Seither aber haben sich die menschlichen Kiefer verkürzt. Die Anzahl der Zähne aber blieb gleich. Und daher muss sich ein Weisheitszahn oft in eine kleine Lücke hinter dem vorigen Backenzahn quetschen, oder er bricht gar nicht richtig durch.

Schwierigkeiten mit einem Weisheitszahn machen sich meist durch Schmerzen bemerkbar. Sie können örtlich fühlbar sein oder in andere Teile des Mundes ausstrahlen. Oft ist auch die Schleimhaut in diesem Bereich gerötet und geschwollen. In solchen Fällen sollten Sie dringend einen Zahnarzt aufsuchen, denn Weisheitszähne können zahlreiche Probleme machen.

So setzen sich oft an einem nur teilweise durchbrochenen Zahn Bakterien an und rufen Entzündungen hervor. Bisweilen bilden sich sogar Geschwülste in Form von Zysten, also mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräumen. Die wachsenden Weisheitszähne schädigen dabei auch oft die Nachbarzähne; es kann passieren, dass dabei deren Wurzel regelrecht aufgelöst wird. Groß ist auch die Gefahr von Kariesbildung, denn wenn der Weisheitszahn zu nahe am Nachbarzahn steht, erreicht die Zahnbürste die Lücke nicht – so können sich hier ungestört Bakterien ansiedeln. Und schließlich stellt ein Weisheitszahn eine Schwachstelle im Kieferknochen dar: Bisweilen bricht er schon bei geringem Anlass gerade an dieser Stelle.

Klarheit durch Röntgenblick

Was mit dem Weisheitszahn los ist, kann der Zahnarzt recht einfach mit einer Röntgenaufnahme klären. Er entscheidet danach, was zu tun ist. Schmerzt der Zahn, ist er entzündet, hat sich eine Geschwulst gebildet oder stört er Nachbarzähne, wird eine Extraktion ratsam sein. In der Regel macht dies der Zahnarzt, nur in besonderen Fällen wird er zu einem Kieferchirurgen überweisen.

Freilich ist eine Weisheitszahn-Operation nicht ohne Risiken. So hinterlässt ein Weisheitszahn eine recht große Wunde, die sich nachträglich entzünden oder stark bluten kann. Vor allem aber liegen nahe der Unterkiefer-Weisheitszähne zwei wichtige Nerven. Einer vermittelt Gefühls- und Geschmacksempfindungen von der Zunge, der andere Gefühle von Unterlippe, Unterkieferzähne und Zahnfleisch. Durch die Operation können sie geschädigt werden, was zu vorübergehender oder (selten) dauerhafter Taubheit in diesen Bereichen führt. Außerdem wird der Kiefer an dieser Stelle geschwächt und kann daher noch Wochen später bei bestimmten Belastungen dort brechen. Solche Komplikationen sind freilich selten, dennoch wird Ihr Zahnarzt mit Ihnen vor der Operation darüber sprechen.

 


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