Zähne können falsch im Kiefer stehen, der Kiefer selbst kann sich verformt haben, es kann Schwierigkeiten mit Kiefergelenk oder Kaumuskeln geben. All diese Probleme sind mehr oder weniger gut lösbar – teils vom Zahnarzt, teils vom Spezialisten, dem Kieferorthopäden. Allerdings gilt für fast jeden Fall, dass die Behandlung eher langwierig wird und Geduld sowie Mithilfe des Patienten erfordert.
Gefahr schon für die Milchzähne
Ein schönes, gleichmäßiges Gebiss ist keineswegs selbstverständlich, auch nicht bei Kindern. Gar nicht selten gibt es hier Zahnlücken, gekippte oder gedrehte Zähne oder solche, die zu eng beieinander oder gar an der falschen Stelle stehen. Solche Schäden können angeboren sein, oft aber stammen sie aus Fehlverhalten in frühester Kindheit. Am häufigsten ist hier mangelhafte Zahnpflege. Das Argument, man verliere die Milchzähne ja sowieso, zieht nicht: Sie reservieren Plätze für die späteren bleibenden Zähne. Müssen Milchzähne wegen Karies gezogen werden, ist die Gefahr groß, dass die bleibenden Zähne nicht korrekt durchbrechen. Daher warnen die Zahnärzte auch dringend vor dem Dauernuckeln von Babys, wenn ihnen also Fläschchen zum Einschlafen und dann über Nacht gegeben werden. Wer seinem Kind etwas Gutes tun will, stillt es – das Training der Kaumuskeln beim Saugen hilft bei der Kiefer- und Zahnentwicklung.
Zu langes Daumenlutschen oder Nuckeln am Schnuller wirken sich dagegen schlecht auf die Gebissentwicklung aus und ergeben später oft einen Überbiss, schiefe oder verschobene Zähne.
Behandlung meist erst an den Bleibenden
Allerdings muss nicht jede Lücke im Milchgebiss behandelt werden. Gerade beim Übergang zu den bleibenden Zähnen scheinen sich die Zahnabstände zu vergrößern, weil der Kiefer wächst – aber das ist nötig, damit die bleibenden Zähne Platz finden. Deshalb setzen zahnärztliche Korrekturen von Zahnfehlstellungen normalerweise erst an den bleibenden Zähnen an, frühestens ab dem siebten Lebensjahr. Nur wenn die Gefahr von Fehlstellungen des gesamten Unterkiefers besteht, wird der Zahnarzt früher eingreifen.
Allgemein nennt man es Fehlbiss, wenn der Zahnreihenschluss (die Okklusion) zwischen Ober- und Unterkiefer gestört ist, wenn also die entsprechenden Zähne nicht aufeinander treffen. Meist ist falsche Zahnstellung die Ursache, es kann aber auch eine Fehlbildung des Kiefers vorliegen. Von Kieferfehlbildungen spricht man, wenn die Lage von Ober- und Unterkiefer nicht zueinander passt.