Zahn- und Kieferfehlstellungen sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sie können auch Gesundheitsschäden verursachen. Wenn die Zähne zu eng beieinander stehen, kommt die Zahnbürste nicht in die Lücke – die Folgen sind oft Karies oder Parodontitis. Schiefe Zähne erschweren zudem das Kauen und können so zu Verdauungsbeschwerden führen. Auch Sprachfehler gehen bisweilen auf Kieferfehlstellungen oder schlechtes Zusammenwirken von Zähnen und Zunge zurück.
Außerdem werden durch Fehlstellungen möglicherweise einzelne Zähne zu stark belastet. Sie können dann Beschwerden verursachen, das Knochenfach kann sich abbauen und dadurch der Zahn verloren gehen.
Bei älteren Menschen können Zahnfehlstellungen, etwa Zahnlücken oder wandernde Zähne, auch eine Folge von Zahnverlusten durch Parodontitis sein, wenn sich etwa Nachbarzähne in die Lücke hineinbewegen. Kieferfehlstellungen dagegen sind oft angeboren.
Die Behandlung einer Zahn- oder Kieferfehlstellung übernimmt meist ein Kieferorthopäde, also ein auf derartige Probleme spezialisierter Zahnarzt. Er wird zunächst im Gespräch klären, ob in der Familie ähnliche Fälle aufgetreten sind, ob die Fehlbildungen also erblich oder auf schlechte Angewohnheiten während der Kindheit zurückzuführen sind.
Vor der Behandlung genaue Untersuchung
Er wird zunächst Gebiss, Lippen, Zunge und Kiefergelenk genau untersuchen und ihr Funktionieren überprüfen – etwa ob die Zähne richtig ineinander greifen, ob die Zunge ständig auf bestimmte Zähne drückt und auch ob die Lippen korrekt schließen.
Dann macht der Kieferorthopäde Abdrücke vom gesamten Gebiss, mit deren Hilfe ein Zahntechniker dann ein genaues Gipsmodell anfertigt. Dies wird dann vermessen. Unverzichtbar sind Röntgenbilder, vor allem Panorama-Aufnahmen vom gesamten Gebiss. Sie zeigen, ob eventuell im Kiefer Zähne nicht angelegt sind oder eine falsche Wachstumsrichtung haben. Bei Kindern wird zum Erstaunen der Eltern meist noch ein Röntgenbild der Hand angefertigt. Der Arzt erkennt darauf den Grad der Knochenreife und ob demnächst noch ein Wachstumsschub zu erwarten ist – das Ergebnis hat Einfluss auf Beginn und Durchführung der Behandlung. Aus all den Informationen erstellt er dann einen Behandlungsplan, der für die folgenden Jahre die Richtung vorgibt – kieferorthopädische Behandlungen sind langwierig. Aber nur in bestimmten Fällen kann eine Operation notwendig werden.