Ein Gutteil der Schäden im Mundbereich geht auf die Aktivität von Bakterien zurück. Das gilt besonders für Schäden am Zahnhalteapparat (Parodont). Dabei arbeiten sich die Bakterien in den Raum zwischen Zahnwurzel und Zahnfleisch bzw. Kieferknochen vor, setzen sich an der Zahnoberfläche fest und an den Strukturen, die den Zahn festhalten, und greifen das Zahnfleisch an, das sich dann entzündet. So entstehen „Taschen“ unter dem Zahnfleisch, die einer bunten Vielfalt der verschiedensten Bakterien Lebensraum bieten. Einige Arten dieser Bakterien sind dabei besonders angriffslustig und sorgen für besonders schwere Formen von Parodontitis. Sie können zum Beispiel schon bei jungen Patienten eine schnell fortschreitende Zerstörung des Zahnhalteapparats bewirken. Manchmal kann auch die herkömmliche Parodontitisbehandlung die Krankheit nicht stoppen, weil sich die aggressiven Keime tief in den Taschen eingenistet haben und weiterleben oder weil der Körper, etwa durch eine andere Krankheit geschwächt, ihnen nicht genug Widerstand entgegensetzen kann. In solchen Fällen muss der Zahnarzt eventuell mit Bakterien hemmenden Mitteln (Antibiotika) nachhelfen. Dazu muss er wissen, was genau in den Taschen lebt.
Papierspitzen sammeln Bakterien
Die Entnahme von Proben ist einfach: Der Zahnarzt schiebt feine Papierspitzen in die tiefsten Taschen, lässt sie einige Sekunden darin und zieht sie wieder heraus. Ganz schmerzfrei ist das nicht, denn meist ist das Zahnfleisch wegen der Bakterien stark entzündet, aber die Probenahme ist rasch erledigt. Die Papierspitzen werden dann meist in ein Speziallabor geschickt, und nach einigen Tagen kommt dann das Ergebnis. Oft wiederholt man die Probenahme nach einigen Wochen, um den Erfolg der Behandlung zu kontrollieren.