Sonde
Sie gehört neben Spiegel und Pinzette zu den Standardinstrumenten, die stets auf der Ablage bereitliegen. Sie wird auch als „verlängerter feiner Finger“ bezeichnet, denn mit ihr kann der Zahnarzt jeden Zahn vorsichtig „abfahren“, speziell zur Untersuchung auf Karies.
Spiegel
Viele Bereiche der Mundhöhle, etwa die Innenseiten der Zähne, sind von vorne schlecht einsehbar. Der Spiegel hilft, sie dennoch zu inspizieren. Außerdem nutzt der Zahnarzt ihn auch oft, um etwa die Zunge vom Behandlungsfeld abzuhalten, speziell auch beim Bohren.
Pinzette
Sie dient hauptsächlich dazu, Watterollen im Mund zu verteilen, die das Behandlungsfeld trocken halten, und sie hinterher wieder herauszuholen. Außerdem kann der Zahnarzt damit auch kleine Fremdstoffteilchen aus dem Mund nehmen.
Watterolle
Damit kann der Zahnarzt das Behandlungsfeld trocken – also speichelfrei – halten. Die Watte saugt den Speichel auf. Das ist wichtig beim Einbringen von Füllungen, weil sich Feuchtigkeit mit vielen Füllmassen nicht verträgt. Um ein Areal trockenzulegen, kann der Zahnarzt auch Luft auf den Zahn blasen, so dass der Speichelfilm darauf rasch verdunstet.
Kürette
An Zahnoberflächen setzen sich gerne mehr oder weniger harte Beläge fest. An den freiliegenden Zahnoberflächen bildet sich vor allem harter heller Zahnstein; an der Zahnwurzeloberfläche in den Zahnfleischtaschen entstehen dunkel gefärbte, besonders fest haftende Konkremente. Diese Beläge wimmeln von Bakterien und müssen daher entfernt werden. Dafür benutzt der Zahnarzt Küretten, auch mit dem englischen Ausdruck Scaler bezeichnet. Es gibt sie in verschiedenen Formen, je nach dem zu reinigenden Arbeitsfeld. Meist haben sie am Ende je eine winzige scharfe Klinge zum Abschaben der harten Ablagerungen, aber abgestumpfte Spitzen, damit das Zahnfleisch möglichst wenig beeinträchtigt wird. Heute nutzt man meist Scaler, die mit Ultraschall arbeiten (erkennbar am Fiepgeräusch) und besonders gründlich reinigen.
Bohrer
Der Schrecken vieler Patienten ist der Bohrer. Aber er ist nötig, um von Karies befallene Zahnhartsubstanz abzutragen oder um Höhlungen (Kavitäten) zu schaffen, damit Füllungen gut halten. Es gibt je nach Verwendungszweck verschieden geformte Bohrköpfe. Manche Bohrer drehen sich relativ langsam; sie erzeugen im Kopf ein „wummerndes“ Geräusch. Für andere Zwecke nutzt man sehr rasch rotierende Bohrer, die bis 400 000 Umdrehungen pro Minute erreichen und am pfeifenden Geräusch zu erkennen sind. Damit beim Bohren keine hohen Temperaturen entstehen, die den Zahn schädigen würden, kühlt man den Bohrer mit einem feinen Wasserstrahl.
Speichelsauger
Speichel erfüllt im Mund zahlreiche wichtige Funktionen. Bei vielen zahnärztlichen Tätigkeiten aber stört er, zumal die meisten zahnärztlichen Materialien, etwa für Füllungen, nur an trockenen Oberflächen haften. Daher saugt (meist) die zahnärztliche Assistentin den sich ansammelnden Speichel ab. Sie nutzt dazu ein kleines, gebogenes Plastikröhrchen, das sie in den Mund des Patienten hineinhängt. Ein Sauggerät transportiert dann den Speichel und gegebenenfalls das beim Bohren freigesetzte Wasser ab.
Mitunter reicht dieses Verfahren allerdings nicht aus. Bei besonders kritischen Behandlungen ist absolute Trockenheit nötig. Dann spannt der Zahnarzt ein biegsames Gummituch um den Zahn, einen „Kofferdam“, der den Zahn von seiner Umgebung isoliert.
Polymerisationslampe
Im Zahnbereich werden heute häufig Kunststoffe eingesetzt, die beim Verarbeiten flüssig sind und erst durch Bestrahlung mit blauem Licht aus speziellen Lampen erhärten (polymerisieren). Auf diese Weise kann der Zahnarzt zum Beispiel Füllungen aufbauen oder Provisorien herstellen, die binnen weniger Minuten benutzbar sind. In der Regel enthalten die Polymerisationslampen blaue, leistungsstarke Leuchtdioden, die wenig Wärme erzeugen und die Lampen so klein und handlich machen, dass sie in alle Bereiche der Mundhöhle leuchten können.
Matrizenspanner
Will der Zahnarzt eine größere, zur Seite hin offene Höhlung im Zahn mit plastischer Masse füllen (etwa Amalgam oder Kunststoff), muss er dafür sorgen, dass das Füllmaterial an Ort und Stelle gehalten wird. Dazu umgibt er den Zahn mit einer Matrize, also einem dünnen, biegsamen Metallband, das sich mit einer Stellschraube spannen lässt. Nun kann er das Füllmaterial einfüllen und mit Modellierern fest pressen, so dass es sich an die Unebenheiten der Höhlung fest anschmiegt und sie dicht verschließt. Zuletzt, nach Aushärten des Füllmaterials, entfernt er den Matrizenspanner und beschleift die Zahnfüllung, bis sie die richtige Form besitzt.
Polierbürsten
Nach der Entfernung von Zahnbelägen wie Konkrementen und Zahnstein werden die behandelten Zähne poliert, denn auf der geglätteten Oberfläche können sich Bakterien nicht so leicht wieder festsetzen wie auf einer rauen. Auch Füllungen profitieren vom Polieren – Amalgam etwa behält dann jahrelang seinen Glanz, Kunststofffüllungen nehmen weniger leicht störende Farbstoffe aus der Nahrung auf. Zudem kann das Polieren den Spalt zwischen Füllmaterial und Zahnhartsubstanz verschließen. Zum Polieren dienen Bürsten und Gummipolierer verschiedener Form und Härte sowie Polierpasten, die der Zahnarzt je nach Verwendungszweck auswählt.
Extraktionswerkzeuge
Selbst stark beschädigte Zähne sitzen in der Regel noch recht fest in ihrem Zahnfach. Um sie zu lockern und zu ziehen, muss der Zahnarzt daher spezielle Werkzeuge nutzen, etwa den Beinschen Hebel. Er führt ihn zwischen Zahnfleisch und Zahn ein, lockert die Verbindungen zwischen Zahn und Zahnfach und hebt mit der gebogenen Spitze den Zahn etwas an, um ihn zu lösen. Dann fasst er den Zahn mit der Extraktionszange, um ihn mit Kraft herauszuziehen. Es gibt mehrere Typen solcher Zangen, die der Form und Lage des jeweiligen Zahns angepasst sind.