Erkrankungen dieses Systems – etwa Schlaganfall oder Herzinfarkt – zählen in den Industrieländern heute zu den häufigsten Todesursachen. Bekannte Risikofaktoren sind Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes und Alkoholmissbrauch. Es gibt aber zunehmend Hinweise, dass auch Parodontitis, also Zahnbettentzündung, zu den Risikofaktoren zu rechnen ist. Denn solche Entzündungen in der Mundhöhle streuen Bakterien in die Blutbahn, die das Immunsystem nicht vollständig vernichten kann. Sie können sich dann zum Beispiel an künstlichen Herzklappen festsetzen, und auch an der Bildung von Ablagerungen an den Ader-Innenwänden, die zu Arteriosklerose (Arterienverkalkung) führen, scheinen Bakterien beteiligt zu sein. Immerhin zeigten Studien, dass Patienten mit einer Parodontitis – und das sind rund die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland – ein 1,7fach höheres Risiko haben, eine Verengung der Herzkranzgefäße zu entwickeln, die das Herz mit Blut versorgen. Die Lebenserwartung von Menschen mit Parodontitis ist insgesamt etwa sechs Jahre geringer als die von Gesunden.