Patientenfragen und Antworten:
Frage:
Vor kurzer Zeit hatten Sie bereits eine Frage von mir beantwortet und mir geraten, Clindamycin und Ibuprofen zu nehmen. Nach ca 1,5 Jahren Schmerzen war als Ursache ein klopfempfindlicher Weisheitszahn unten links gefunden worden, der zunächst Anfang März eine Wurzelbehandlung erhielt. Als es nicht besser wurde, wurde der Zahn offen behandelt und ich bekam Clindymycin über ca. 10 Tage (1,2 g/Tag). Schließlich wurde der Zahn gezogen und musste dabei in zwei Teile geteilt werden. Danach gingen die Schmerzen erst richtig los, so dass jeden zweiten Tag ein Streifen mit Nebacitin und einem Lokalanästhetikum eingelegt wurde. Diese Behandlung wurde vor 1 Woche beendet.Auf meine Anfrage haben Sie mir erklärt, dass vermutlich der Knochen entzündet sei, was lange dauern könnte. Außerdem wäre Clindamycin sinnvoll. Inziwschen ist es etwas besser, aber ich habe weiter Schmerzen. Mein Zahnarzt weiss auch keinen Rat mehr. Fieber habe ich nicht, Clndamycin habe ich genommen. Der Zahn wurde am 22.03.03 gezogen. Meine Fragen: Wie lange kann eine solche Knochenentzündung dauern? Sprechen wir über Tage, Wochen oder Monate? Wieviel Clindamycin pro Tag ist die richtige Dosis? Ich bin 180 cm groß, 70 kg schwer. Wie lange muss das Antibiotikum gegeben werden? Fieber habe ich nicht, Entündungszeichen im Blut waren vor ca 1.5 Wochen unauffällig.
Antwort:
Nachdem der Zahn ja nun nahezu vor einem Monat extrahiert worden ist, ist eine weitere Einnahme eines Antibiotikums sicherlich OHNE primäre Entzündungszeichen nicht mehr sinnvoll. Ich muß Ihnen gleich zu Beginn dieses Schreibens sagen, daß ich Ihnen definitiv KEINE schlüssige Beurteilung geben kann, da mir bei den sehr komplexen Zusammenhängen, die sich in den letzten Jahre in Ihrem Munde abgespielt haben, eine Menge Details fehlen. Sollte momentan das noch vorherrschen, was man allgemein als "Schmerzgedächtnis", wie es bei langen Entzündungsprozesen vorkommen kann, bezeichnet, so müßten Ihre Beschwerden langsam ausschleichen. Dies kann allerdings noch einige Wochen dauern. Sollten die Beschwerden andauern, dann rate ich Ihnen zu einer Spezial-Untersuchung, einer Technetium-Szinitigrafie, wie ein Radiologe sie durchführen kann; mittels dieses sehr sensitiven Verfahrens kann ein Entzündungsherd im Knochen via Anreicherung des zuvor verabreichten Kontrastmittels nachgewiesen werden. Diese Untersuchung macht allerdings im Moment KEINEN Sinn, da die Extraktion noch zu kurz zurückliegt. Ich muß Sie deshalb (leider) bitten, noch Geduld zu haben, oder im Falle, daß da etwas "aktiv" abläuft, erneut Ihre(n) Behandler(in) aufzusuchen.
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