Gesunde Zähne sind kein Zufall. Die 10 Goldenen Regeln zeigen, was man heute zur Gesunderhaltung seiner Zähne unbedingt beachten sollte.
- Eine sorgfältige Mundhygiene mit fluoridhaltiger Zahnpasta (mindestens zweimal pro Tag) ist die Basis des Erfolgs. Korrekte Zahnputztechnik lernt man nicht von selbst, sie muss vielmehr systematisch eingeübt werden.
Eltern sollten bei ihren Kindern mindestens bis zum Schulalter die Zähne nachputzen. Aber auch Jugendliche und Erwachsene bedürfen der individuellen Anleitung. Zudem brauchen sie eine geeignete Zahnbürste, die regelmäßig ausgetauscht werden muss. Ab dem Jugendalter empfiehlt sich die Verwendung weiterer Hilfsmittel (zum Beispiel Zahnseide und/oder Zahnzwischenraumbürsten), um schwer zugängliche Nischen zu erreichen. Abends nach dem Zähneputzen sollten keine zuckerhaltigen Getränke oder Nahrungsmittel mehr konsumiert werden.
- Neugeborene sollten bis zum 2. Lebensjahr eine Kombination von Fluorid und Vitamin D in Tablettenform zur Prophylaxe (Vorbeugung) erhalten, sofern sie keine Fertignahrung bekommen, die fluoridhaltig ist bzw. mit fluoridhaltigem Mineralwasser zubereitet wurde. Dadurch wird sowohl Karies wie auch Knochenerweichung (Rachitis) vorgebeugt.
- Vom 3. Lebensjahr an sollte eine lebenslange regelmäßige Kariesprophylaxe mit Fluoriden durch konsequente Verwendung von fluoridiertem Jodsalz erfolgen, wenn keine anderen regelmäßigen Fluoridierungsmaßnahmen (z. B. mit Tabletten) durchgeführt werden.
- Kleinkinder sollen nach dem Durchbruch der ersten Zähne im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen auch zahnmedizinisch untersucht werden.
- Vom Schulalter an ist die wöchentliche abendliche Anwendung von Fluoridgelee, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Kariesrisiko, sehr zu empfehlen.
- Bei Kindern und Jugendlichen sollten tiefe Fissuren und Grübchen, bevorzugt der bleibenden Backenzähne, durch Versiegelungen vor Karies geschützt werden (Fissurenversiegelung).
- Eine ausgewogene und vielseitige Ernährung kommt nicht nur der Allgemeingesundheit, sondern auch der Mundgesundheit zugute. Fehler in der Ernährung hingegen gefährden die Zähne. So kann es zum Beispiel bereits im Kleinkindesalter durch Dauernuckeln zuckerhaltiger Flüssigkeiten aus Saugerflaschen zu schweren Gebissschäden kommen.
Auch im späteren Alter können bestimmte Ernährungsgewohnheiten wie z. B. häufige, in kurzen Abständen erfolgende Einnahmen zucker- und/oder säurehaltiger Speisen und Getränke eine starke Belastung für die Zähne darstellen. Deshalb sollte der häufige, über einen längeren Zeitraum verteilte Verzehr zuckerhaltiger Nahrungsmittel vermieden werden.
Der unangemessene Einsatz von Nahrungs- und Genussmitteln kann auch für den Zahnhalteapparat gefährlich werden. So erhöht etwa starkes Rauchen das Risiko für parodontalen Knochenabbau.
- Durch kräftiges Kauen beim Essen wird der Speichelfluss angeregt, wodurch sich das Risiko einer Kariesentstehung verringert. Auch das Kauen von (zuckerfreiem) Kaugummi kann den Speichelfluss fördern, was zum Beispiel dann zu erwägen ist, wenn nach dem Genuss von Zwischenmahlzeiten keine Möglichkeit zum Zähneputzen besteht.
- Die Häufigkeit des Zahnarztbesuches richtet sich nach dem Erkrankungsrisiko. Grundsätzlich sollte man zweimal im Jahr zur Kontrolle den Zahnarzt aufsuchen. Frühzeitig erkannte Schäden lassen sich heute unter günstigen Voraussetzungen rückgängig machen (remineralisieren), in ihrer Ausbreitung aufhalten oder im Bedarfsfall sehr substanzschonend beheben. Auch parodontale Erkrankungen lassen sich vielfach erfolgreich bekämpfen, wenn man ihre Ursachen (Anlagerung bakterieller Beläge) in einem frühen Stadium durch geeignete Maßnahmen beseitigt.
- Kinder und Erwachsene aller Altersstufen profitieren von der Vorbeugung gegen Karies und parodontale Erkrankungen. Auch bei Erwachsenen können neben Trainingsprogrammen zur Verbesserung der Mundhygiene risikogerecht vorgenommene Lokalfluoridierungen und weitere Behandlungen angebracht sein. Dazu zählt zum Beispiel die gezielte Senkung der Zahl von Keimen, die für die Mundgesundheit schädlich sind.
Darüber hinaus sollten Patienten mit ihrem Zahnarzt abklären, ob im jeweiligen Fall zusätzlich risikoorientierte Maßnahmen empfehlenswert sind.