Zucker ist schlecht für die Zähne. Das wissen zwar viele Menschen, doch längst nicht jeder handelt danach. Zwar schädigt der Zucker nicht direkt die Zähne, aber er liefert den Nährboden für bestimmte Bakterien in der Mundhöhle. Sie bilden haftende Bakterienüberzüge ("Plaque"), bauen den Zucker chemisch ab und erzeugen dabei Säuren, die wiederum den Zahnschmelz angreifen. Es entstehen Löcher – Karies breitet sich aus. Ohne die Bakterien könnte Zucker den Zähnen nichts anhaben.
Es kommt also nicht darauf an, den Zuckerkonsum unbedingt auf Null zu setzen. Wichtig ist aber, den Bakterien möglichst wenig Zucker zu bieten – und wenn, dann nur kurze Zeit. Zudem muss die Plaque täglich entfernt werden.
Kinder sind einfach zu scharf auf Süßes, als dass man es ihnen gänzlich verbieten könnte! Ein strenges Verbot erhöht oft nur die Anziehungskraft von Süßigkeiten. Wenn einige Regeln beachtet werden, können Eltern den Schaden in Grenzen halten – vorausgesetzt, sie gehen selbst mit gutem Beispiel voran.
- Achten Sie darauf, Süßigkeiten nicht als Zwischenmahlzeiten den Tag hindurch essen. Eine Tafel Schokolade nach dem Essen ist besser als über den Tag verteilt. Denn sonst füttern Sie die Kariesbakterien stetig.
- Süßes nur, wenn danach die Zähne geputzt werden. Vor allem das „Betthupferl“ vor dem Zubettgehen ohne anschließende gründliche Mundreinigung ist ein Kariesproduzent ersten Ranges.
- Dünnflüssige oder leicht lösliche Süßigkeiten sind besser als klebrige wie zum Beispiel langsam im Mund zergehende Bonbons oder Marmelade. Denn dann kann der Speichel den Zucker rascher wegspülen.
- Vorsicht: Zucker kann auch in Jogurts, Kindertees oder Medikamenten (zum Beispiel Hustensaft) sowie in vielen anderen Nahrungsmitteln enthalten sein, wo man ihn gar nicht vermutet. Jeder Bundesbürger nimmt im Durchschnitt pro Jahr 25 Kilogramm versteckten Zucker auf, dagegen nur rund 11 Kilogramm "bewussten" Zucker. Selbst säuerliche Stoffe enthalten reichlich Zucker – etwa Limonaden (rund 10 %), Senf (bis 19 %), Trockenfrüchten (bis 89 %), Kakao-Instantpulver (70-80 %) oder Ketchup (bis 25 %). Nach dem deutschen Lebensmittelgesetz heißt "zuckerfrei" nur, dass in diesem Produkt kein Haushaltszucker (Rübenzucker oder Saccharose) enthalten ist; wohl aber können andere vergärbare – und damit möglicherweise Karies auslösende – Stoffe darin enthalten sein. Manchmal verschleiern die Hersteller das auch in der Lebensmittelkennzeichnung und schreiben statt dessen etwa chemische Zuckerbezeichnungen wie Glucose, Fructose, Maltose oder eben Saccharose. Aber das sind alles zahnschädigende Zuckerarten.
- Und wer nun mal auf Süßes steht: Es gibt auch zahnschonende Süßigkeiten! Sie enthalten Zuckeraustauschstoffe, die zwar süß schmecken, aber den Kariesbakterien keine Nahrung bieten. Erkennbar sind sie am Zahnmännchen mit dem Schirm. Nur Produkte, die nicht zu einer zahnschädlichen Säurebildung im Mund führen, dürfen dieses Zeichen tragen.