Beim 2- bis 3-jährigen Kind brechen die Milcheckzähne und Milchmolaren durch. So erreichen die Kinder jetzt ihre volle Kaufähigkeit. Jetzt kommt es auf den Schutz dieser Zähne besonders an. Denn die Meinung „Jetzt sind zwar die Milchzähne kaputt, aber es kommen dann ja die Neuen“ ist grundfalsch: Verliert das Kind durch Karies Milchzähne, führt das zu Engständen oder Verlagerungen der bleibenden Zähne.
Was kann man selbst tun?
Kinder sollten so früh wie möglich mit der Zahnreinigung beginnen. Wenn die Eltern sofort nach dem Essen ihre Zähne reinigen, werden die Kinder im Spieltrieb folgen und ihre Zähne auch reinigen wollen – oder es zumindest versuchen. Gerade am Anfang sollten die Eltern den Kindern dabei die richtige Putztechnik genau demonstrieren und gegebenenfalls nachhelfen, um den „Schlendrian“ gar nicht erst einreißen zu lassen. In vielen Kindergärten wird das Zähnebürsten ebenfalls geübt.
Eltern von Kindern bis etwa zum 6. Lebensjahr sollten Zahnpasten beschaffen, die ein mildes Aroma haben. Kinderzahnpasten mit Fruchtaroma allerdings verleiten zum Verschlucken. Nicht zuletzt deshalb enthalten Kinderzahnpasten meist weniger Fluoridwirkstoff (etwa 500 ppm, auf den Packungsaufdruck achten). Erst ab etwa 6 Jahren können die Kinder auch Erwachsenen-Zahnpasta mit höherem Fluoridgehalt nutzen.
Fluoridhaltige Zahnpasten bieten ab einem Alter von 3 Jahren einen sehr guten Kariesschutz. Eine Untersuchung in Schweden bei 3- bis 7-jährigen Kindern hat gezeigt, dass die Schutzwirkung noch erhöht wird, wenn der Zahnpastaschaum nur ausgespuckt und mit einer sehr geringen Wassermenge nachgespült wird. Denn das Spülen mit viel Wasser verkürzt nur die Einwirkzeit des Fluorids auf die Zähne.
Wichtig ist auch weiterhin eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Von Lebensmitteln speziell für Kinder ist dabei in der Regel eher abzuraten, auch wenn diese mit beigelegtem Plastikspielzeug oder Werbeaussagen wie "Extraportion Vitamine und Calcium" beworben werden. Denn meist enthalten diese Lebensmittel reichlich Zucker oder Fett und beliebige Zutaten von Vitaminen und erschweren so eher eine bedarfsgerechte Ernährung der Kinder. "Vollwertiges Essen und Trinken mit herkömmlichen Lebensmitteln", rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, "ist nach dem ersten Lebensjahr die gesündere und preiswertere Alternative."
Was tun Kindergarten und Schule?
In Baden-Württemberg arbeiten die Kassenzahnärztliche Vereinigung und die Landeszahnärztekammer mit dem Sozialministerium sowie den Krankenkassen in der „Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit“ zusammen, um die Bemühungen der Eltern zu unterstützen und eine optimale Gruppenprophylaxe in Kindergärten und Schulen zu gewährleisten. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Aktuellen Statistiken zufolge verfügt heute jeder zweite Zwölfjährige in Baden-Württemberg über ein naturgesundes Gebiß. Informationen zur Gruppenprophylaxe in ihrem Stadt- oder Landkreis erhalten Sie in Baden-Württemberg bei Ihrer regionalen „Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit“
Was kann der Zahnarzt tun?
Die Gruppenprophylaxe im Kindergarten wird am besten ergänzt durch eine Vorbeugung durch den Zahnarzt. Zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr brechen die ersten und zweiten großen Backenzähne durch. Jetzt sollte der Zahnarzt entscheiden, ob ihre Kauflächen versiegelt werden müssen. Dabei werden besonders die kariesgefährdeten Vertiefungen der Kauflächen mit Spezialmitteln versiegelt und damit dem Zugriff der Karies-Bakterien entzogen. Diese „Fissurenversiegelung“ ist eine in vielen Fällen sinnvolle und anerkannte Methode zur Kariesvorbeugung und wird bei den großen Backenzähnen von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig bezahlt. Allerdings ersetzt sie natürlich nicht die tägliche Mundhygiene!
Darüber hinaus wird der Zahnarzt
- den Mundgesundheitszustand des Kindes feststellen
- über Kariesentstehung, Ernährung und den Einfluss von Zucker informieren
- Ratschläge über die richtigen Mittel zur Zahnpflege geben und die richtige Zahnputztechnik einüben
- nach einiger Zeit den Übungserfolg überprüfen und eventuell die Grundinformation und das Üben der Zahnputztechnik wiederholen
- mit fluoridhaltigen Gelee, Lack oder Mundspülmittel gefährdete Stellen an den Zähnen mit Fluor anreichern, um ihre Widerstandsfähigkeit gegen Karies zu erhöhen.
Bitte erkundigen Sie sich bei ihrem Zahnarzt!