Für diese Altersgruppe und Probleme wie Wurzelkaries, Zahnabrasionen („Abschleifen“ der Kaufläche), Zahnbetterkrankungen oder Probleme mit Zahnersatz und der Mundschleimhaut typisch.
Eine gute prothetische Versorgung älterer und alter Menschen ist sehr wichtig. Denn Probleme mit der Zahnprothese etwa führen zu Kaustörungen. Kaustörungen wiederum sind der Hauptgrund für die Mangelernährung dieser Altersgruppe. So kann die schlechte Zahnversorgung indirekt zur Gefahr werden, da eine zu geringe Energieaufnahme und die damit verbundene Unterversorgung mit Mineralien und Vitaminen das Leben verkürzen kann.
Was können Sie tun?
Eine gute Mundhygiene ist natürlich auch für Gebissträger notwendig. Außerdem schützt sie eigene, noch vorhandene Zähne, die eventuell wichtige Stützfunktionen für den Zahnersatz wahrnehmen.
Festsitzender Zahnersatz wird wie die eigenen Zähne gereinigt, also zwei- bis dreimal täglich geputzt. Auf herausnehmbarem Zahnersatz können sich ebenfalls Essensreste und Bakterien festsetzen - es bildet sich dann die sogenannte Prothesenplaque. Er muss also ebenfalls täglich gründlich gereinigt werden (siehe "Die Dritten sauber halten").
Ältere Menschen leiden häufig unter Mundtrockenheit. Ursachen sind bisweilen Medikamente oder bestimmte Allgemeinerkrankungen. Genügend Speichel ist wichtig. Er erleichtert das Sprechen, fördert die Selbstreinigung der Zähne und unterstützt die Haftung einer Prothese.
Oft ist der Mund nur deswegen trocken, weil man zu wenig trinkt. Mindestens zwei, besser noch drei Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt helfen, das Problem in den Griff zu bekommen – am besten Mineralwasser oder ungesüßter bzw. allenfalls mit Zuckerersatzstoffen gesüßter Tee. Fragen Sie eventuell Ihren Arzt, ob man durch einen Wechsel der Medikamente die Verringerung des Speichelflusses verhindern kann.
Was kann Ihr Zahnarzt tun?
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind auch in fortgeschrittenem Alter wichtig. Das gilt auch für Totalprothesenträger. Denn der Zahnarzt überprüft nicht nur den Zahnersatz, sondern auch die Mundschleimhäute. Er kann zudem
zeigen, wie man auch bei eingeschränktem Seh- oder Bewegungsvermögen eine zufriedenstellende Mund- und Prothesenhygiene vornehmen kann
eine professionelle Zahnreinigung vornehmen
- Schäden frühzeitig erkennen und behandeln
- hartnäckige Beläge von herausnehmbarem Zahnersatz entfernen
- eventuell mit Fluorid die Kariesgefahr, besonders an den Zahnwurzeln, bekämpfen.
Die Dritten sauber halten
Besonders wichtig für den Erhalt der dritten Zähne ist eine sorgfältige Pflege. Reinigen Sie festsitzenden Zahnersatz wie Ihre eigenen Zähne, putzen sie also zwei- bis dreimal täglich. Besonders sensibel sind die Übergänge von Implantatkrone oder -aufbau zum Zahnfleisch. Diesen Bereich müssen Sie unbedingt von Zahnbelägen frei halten, denn hier könnten die Bakterien zunächst eine Zahnfleischentzündung, später auch eine Implantatbettentzündung verursachen. Die Mittel dazu sind elektrische oder Handzahnbürste, Zahnzwischenraumbürsten sowie Zahnseide. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt die richtigen Reinigungstechniken zeigen und üben Sie sie unter seiner Anleitung ein.
Auch herausnehmbarer Zahnersatz muss täglich mehrmals gesäubert werden, denn auf ihm können sich Essensreste und Bakterien festsetzen – die sogenannte Prothesenplaque. Spülen Sie ihn daher nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser ab. Am besten tun Sie das über einem mit Wasser gefüllten Waschbecken, damit versehentliches Fallenlassen die Prothese nicht beschädigt.
Säubern Sie außerdem die Prothese einmal am Tag (morgens oder abends) mit einer Zahnbürste oder besser noch mit einer speziellen Prothesenbürste und setzen Sie dem Wasser dabei einen Tropfen spezielles Spülmittel zu – aber keinen Haushaltsreiniger! Verwenden Sie aber auf keinen Fall normale Zahnpasta, denn die darin enthaltenen Schmirgelstoffe sind der Härte des Zahnschmelzes angepasst und zerstören die hochglanzpolierte Kunststoffoberfläche der Prothese.
Sie können die Prothese auch auf chemischem Wege reinigen und desinfizieren – das sollten sie etwa alle drei bis vier Tage tun. Dazu geben Sie sie in ein Glas mit Wasser und fügen ein Prothesenreinigungsmittel hinzu – entweder die vorgeschriebene Menge Pulver oder – besser, weil leichter dosierbar – in Form einer Sprudeltablette. Bei regelmäßiger Anwendung beseitigen diese Mittel Plaque und Verfärbungen gut. Zudem setzen sie Sauerstoff frei, der Bakterien abtötet. Manche Mittel überziehen zudem die Prothese mit einer hauchdünnen Silikon-Schutzschicht, die die Plaquebildung hemmt ("Plaqueblock-Technologie"). Das Reinigungsmittel sollte allerdings nicht länger als etwa eine Stunde einwirken, denn es könnte als unerwünschte Nebenwirkung den Prothesenkunststoff bleichen.
Nicht nur die Prothese selbst, auch die Mundschleimhaut bedarf der Reinigung. Denn die Prothese schließt dieses Gewebe zeitweise vom Speichelfluss und damit von der natürlichen Selbstreinigung ab. Massieren sie daher täglich mit einer weichen Zahnbürste unter leichtem Druck die Mundhöhle.