Selbst die beste Zahnbürste kann nicht alle Speisereste oder Bakterienablagerungen aus den Winkeln zwischen den Zähnen herausholen. Hier hilft Zahnseide (manchmal auch mit der englischen Bezeichnung "floss" versehen). Ihre Anwendung lohnt sich: Immerhin machen die Zwischenräume rund 40 Prozent der Zahnfläche aus. Und gerade hier sind die Bakterien meist recht ungestört.
Es gibt zwei Möglichkeiten, sie aus ihren Schlupfwinkeln zu vertreiben: mit Zahnseide oder durch gründliches mechanisches Zähneputzen mit Bürsten und eventuell Zahnhölzchen, verbunden mit anschließendem Nachspülen mit bakterienhemmenden und fluoridierten Mundspüllösungen. Von den Kontaktpunkten, also den Berührungspunkten der Zähne, lässt sich die Plaque aber fast nur mit Zahnseide entfernen.
Auf jeden Fall sollte man die Zahnseide noch vor der Zahnbürste einsetzen. Denn zum einen sinkt manchmal die Motivation beim Putzen, so dass man glaubt, auf die Seide verzichten zu können. Und außerdem können die zahnpflegenden Wirkstoffe der Zahnpasta (etwa Fluorid) so auch an alle Stellen der Zahnzwischenräume gelangen.
Leider ist der Gebrauch der Zahnseide in Deutschland kaum verbreitet – es wird bundesweit nicht einmal ein Vierzigstel der Menge verkauft, die rechnerisch nötig wäre. Ein Grund ist vielleicht, dass die Reinigung der Zahnzwischenräume recht zeitaufwendig ist – etwa 10 bis 20 Minuten pro Tag. Zudem will der Umgang mit Zahnseide gelernt und geübt sein. Fragen Sie dazu Ihren Zahnarzt und lassen Sie sich im richtigen Gebrauch unterweisen.
So wird’ s gemacht:
Zunächst schneidet man ein etwa 60 Zentimeter langes Stück ab und wickelt dessen Enden um die Mittelfinger der rechten und linken Hand. Dann spannt man ein kurzes Stück zwischen Zeigefinger und Daumen einer Hand und drückt es zwischen zwei Zähne nach unten in Richtung Zahnfleisch. Zunächst spürt man einen Widerstand, weil die Seide sich zwischen den Kontaktstellen oben an den Zähnen hindurchquetschen muss. Läuft sie wieder frei, drückt man sie erst gegen den einen, dann gegen den anderen Zahn und bewegt sie mehrmals auf und ab, um die Plaqueschicht loszurubbeln. Dann zieht man sie heraus, wickelt sie ein Stückchen auf und geht mit dem frischen Abschnitt den nächsten Zwischenraum an. Wichtig: Achten Sie darauf, keinen Zwischenraum zu vergessen.
Ein Fehler wäre, die Seide horizontal hin und her zu ziehen. So hat sie kaum Reinigungswirkung, kann aber Zahnfleisch und Zahnhals verletzen.
Es gibt Zahnseide in recht unterschiedlichen Ausführungen – etwa dicke und dünne, flauschige, gewachste und ungewachste Zahnseide. Teilweise wird sie „fluoridhaltig“ angeboten, teilweise mit Teflonbeschichtung. Es gibt auch kleine Kunststoffhalter mit eingespannter Zahnseide, die leichter zu handhaben sind.
Elektrische Zahnseide
So nennt man bisweilen elektrisch betriebene Geräte speziell für die Pflege der Zahnzwischenräume. Sie bestehen aus einem dickeren Teil, der den Antrieb enthält, und einem Y-förmigen Aufsatz, der einen kurzen Reinigungsfaden birgt. Der Faden wird jeweils zwischen zwei Zähne geführt; bei Betrieb bewegt ihn das Gerät dann rasch hin und her und löst so die Plaque ab. Allerdings besteht die Gefahr, dass man das Zahnfleisch verletzt. Außerdem muss man zuerst die Handhabung lernen, damit man den Faden wirklich an alle kritischen Stellen bringt. Man sollte sich die Handhabung eines solchen Geräts daher vom Zahnarzt zeigen lassen.