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Zahnbürsten - welche ist die richtige?

Zahnbürsten sind heute selbstverständliche Hygieneartikel – oder sollten es zumindest sein. Es lohnt nicht, hier bei der Anschaffung zu sehr zu sparen oder sie zu lange zu nutzen.

Eine gute Zahnbürste muss mehrere Bedingungen erfüllen:

 

  • Sie sollte einen kleinen Bürstenkopf haben, der in alle Ecken und Winkel kommt.
  • Die Borsten sollten runde Kanten haben, die das Zahnfleisch nicht verletzen (mit bloßem Auge ist das schwer zu erkennen; auf der Verpackung ist manchmal ein Hinweis zu finden).
  • Grundsätzlich sollten eher weiche Borsten verwendet werden, insbesondere bei entzündetem Zahnfleisch. Harte Borsten sind allenfalls bei hartnäckigen Zahnbelägen empfehlenswert.
  • Kunststoffborsten sind vorzuziehen, da sich in die Hohlräume der Naturborsten leichter Bakterien einnisten können.
  • Der Griff sollte gut in der Hand liegen und rutschfest sein.
Nach Gebrauch stellt man die Bürste am besten mit dem Kopf nach oben ins Zahnputzglas, damit sie gut trocknet und dadurch Bakterien keinen guten Lebensraum bietet.

Jeweils nach einigen Monaten sollte sie durch eine neue Bürste ersetzt werden – spätestens dann, wenn sich die Borsten zur Seite biegen. Denn solche abgenutzten Zahnbürsten haben nur noch stark verminderte Reinigungskraft, dafür aber können sie die Zähne und insbesondere die empfindlichen Zahnhälse schädigen.

Auch die Elektrische putzt nicht von allein!

Elektrische Zahnbürsten haben in den letzten Jahren eine kräftige Entwicklung erfahren und sind heute den Handzahnbürsten überlegen. Zwar sind sie auch deutlich teurer, aber dank verschieden farbiger Aufsteckbürsten kann die ganze Familie das Grundgerät nutzen.

Die elektrischen Zahnbürsten sind zudem sehr bequem in der Handhabung, denn sie nehmen dem Nutzer die "Rüttelbewegungen" ab, mit denen man sonst die Plaque vom Zahn löst. Und sie verzeihen eher als Handzahnbürsten eine falsche Zahnputztechnik, weil sie viele der nötigen Bürstenbewegungen übernehmen. Das hilft besonders älteren Menschen und kleineren Kindern, die vielleicht nicht so geschickt in ihren Bewegungen sind. Sie kommen auch dem Spieltrieb von Kindern und Jugendlichen entgegen und tragen so zu deren Motivation bei.

Auf dem Markt findet man zwei Produktklassen:
 
  • Bei oszillierenden Zahnbürsten bewegt sich der Borstenkopf etwa 50 bis 60 Mal pro Sekunde in einem bestimmten Winkel hin und her. Der Kopf ist meist klein und rund und kann daher auch schwer zugängliche Stellen in der Mundhöhle erreichen. Allerdings kommt es auch bei diesen Zahnbürsten auf die richtige Putztechnik an: Man muss die Bürste nacheinander an jede Seite jedes Zahns heranführen, also ganz bewusst jeden Zahn einzeln putzen, damit sie dort ihre Reinigungswirkung entfaltet. Die Bürste sollte auch den Bereich der Zahnzwischenräume nicht aussparen; auch „Vorarbeit" mit Zahnseide und/oder Interdentalbürsten ist sinnvoll.
  • Schallaktive Zahnbürsten (auch Sonic-Zahnbürsten genannt) haben meist etwas größere Borstenköpfe. Dafür bewegen sich die Borsten mehrere hundert Mal pro Sekunde um einige Millimeter hin und her; bei Ultraschallmodellen sogar viele tausend Mal. Bei vielen Modellen führt der Kopf zusätzlich rasche Seitwärtsbewegungen aus. Die Vibration der Borsten erzeugt heftige Strömungen direkt an den Borstenenden, die sehr wirksam die Plaque lösen – selbst noch in einigen Millimetern Abstand.

 

Untersuchungen haben gezeigt, dass Schall-Zahnbürsten besser reinigen als Handzahnbürsten. Sie beseitigen neben der Plaque zum Teil auch äußerliche Zahnverfärbungen, treiben den Schaum der Zahnpasta auch an schwer zugänglichen Stellen und massieren zudem das Zahnfleisch. Sie sind allerdings auch die teuersten Modelle. Anfangs muss man sich zudem an das kitzelnde Gefühl etwas gewöhnen. Und wenn man direkt mit dem Putzkopf einen Zahn berührt, summt es im Kopf ähnlich wie beim Zahnarzt, wenn er bohrt. Aber daran hat man sich rasch gewöhnt.

Zeit spart eine solche elektrische Zahnbürste allerdings nicht, denn man muss auch die elektrische Zahnbürste gezielt in die zu reinigenden Gebissregionen führen. Auf jeden Fall sollte man sie jeweils zwei bis drei Minuten lang einsetzen. Manche Geräte besitzen eingebaute Zeitmesser (Timer), die durch akustische oder optische Signale anzeigen, wie lange jeweils die Bereiche oben links, oben rechts, unten links und unten rechts zu bearbeiten sind. Aufwendigere Modelle überwachen sogar die Andruckkraft und warnen bei zu starkem Druck.

Einen Stromschlag im Mund muss man übrigens nicht befürchten: Die Geräte arbeiten mit niedrigen, ungefährlichen Spannungen. Batteriegeräte sind etwas billiger und leistungsschwächer als solche mit Akkus. Deren höherer Preis wird allerdings dadurch wettgemacht, dass man keine Batterien kaufen muss: Sie laden sich im Ständer automatisch wieder auf und schonen so auch die Umwelt. Am besten wählt man Geräte ohne Kontakte, die verschmutzen können: Sie übertragen die elektrische Energie mit einem schwachen Magnetfeld.

Auf die Nutzung kommt es an!

Die beste Elektrozahnbürste nützt nichts, wenn sie nicht regelmäßig in Gebrauch ist. Zudem nutzen sich natürlich auch die Borsten der elektrischen Zahnbürsten mit der Zeit ab. Sobald sie sich zur Seite biegen, sollten Sie die Bürste wechseln. Freilich sind Ersatzbürsten bei manchen Modellen relativ teuer. Ersatzbürsten und -köpfe mancher verbreiteter Modelle findet man sogar in Supermärkten, während andere in der Apotheke oder im Elektrofachhandel bestellt werden müssen. Es lohnt sich also schon beim Kauf ein Blick auf deren Kosten und Verfügbarkeit. Manchen Modelle liegt ein Kunststoffbehälter bei, in den man die Zahnbürste auf Reisen verstaut – die Akkuladung hält meist einige Tage lang.

Ebenso wie bei Handzahnbürsten sollte man auch bei den elektrischen Modellen die Bürste wechseln, wenn man eine Infektion im Mund- und Rachenbereich überstanden hat.

Interdentalbürsten

Die Zahnzwischenräume sind berüchtigte Brutstätten für Karieserreger, denn normale Zahnbürsten, auch elektrische, kommen dort schlecht hin. Die Folge der schlechten Erreichbarkeit: Interdentalkaries, also Zahnfraß im seitlichen Bereich der Zähne, wo Zahn und Nachbarzahn eng beieinanderstehen. Dagegen hilft die Reinigung mit Zahnseide ((Link)) oder mit Zahnzwischenraumbürsten (Interdentalbürsten), letztere insbesonders bei größeren Zahnabständen und im Bereich von Prothesen. Besonders wichtig ist die Reinigung des Interdentalbereichs mit geeigneten Hilfsmitteln nach einer behandelten Zahnfleischentzündung, wenn das Zahnfleisch sich etwas zurückgezogen hat.

Interdentalbürsten bestehen aus feinen Borsten auf einem dünnen, biegsamen Draht. Es gibt sie in verschiedenen Größen und Formen. Manche ähneln Flaschenbürsten, andere haben kegelige oder an Tannenbäume erinnernde Formen. Es gibt Sorten mit einem großen Halter, an dem man die verschiedenen Aufsätze befestigt, und auch solche mit einem einfachen Draht- oder Kunststoffhandgriff. Der Zahnarzt zeigt die richtige Anwendung und berät, welche Sorte man jeweils nehmen sollte, und welche Größe für die jeweilige Zahnzwischenraumweite angemessen ist: Zu kleine Bürsten entfalten nicht die volle Reinigungswirkung, zu große können Zahnfleisch oder Zähne beschädigen oder passen schlicht nicht zwischen die Zähne.


Weitere Informationen zu "Zahnbürste und Co":

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