Spül weg den Dreck: Hilft eine Munddusche?
Auch wenn die Werbung bisweilen Wunderdinge verspricht: Mundduschen ersetzen auf keinen Fall die Reinigung mit Zahnbürste, Zahnpasta, Interdentalbürsten und Zahnseide. Sie spülen aber recht effektiv frische Speisereste weg sowie Plaque, die zuvor von der Bürste gelöst wurde. Gute Mundduschen können zudem mit ihren scharfen Wasserstrahlen von rasch wechselnder Stärke auch in Bereiche gelangen, die die Zahnbürste nicht erreicht. Sie sind also ein gutes zusätzliches Mittel zur Mundhygiene.
Freilich sollte man das gesamte Gerät, also auch Vorratsbehälter und Schlauch, in gewissen Abständen gründlich reinigen, denn hier könnten sich Bakterien (sogenannte "Feuchtkeime") ansiedeln.
Mit spitzen Hölzchen ins Gebiss
Jeder kennt sie: Die Zeitgenossen, die sich nach der Mahlzeit im Stuhl zurücklehnen und mit Zahnstochern in ihrem Gebiss herumbohren. Kein schöner Anblick – und auch kein gutes Zahnpflegemittel. Natürlich verursachen etwa Fleischfäden zwischen den Zähnen ein unangenehmes Gefühl. Doch ihre Entfernung per spitzem Holz beseitigt nicht die Zähne zerstörenden Bakterien. Dafür besteht die Gefahr, dass man sich das Zahnfleisch verletzt. Besser ist es daher, gleich nach dem Essen die Zähne gründlich mit Zahnpasta, Zahnbürste und Zahnseide zu säubern. Das entfernt auch etwaige Fremdkörper. Für unterwegs gibt es in Apotheken und Drogerien praktische kleine Kunststoffboxen mit zusammenlegbarer Zahnbürste und einer kleinen Zahnpastatube. Der Deckel lässt sich als einfacher Zahnputzbecher verwenden. Damit kann man unauffällig im Toilettenraum des Restaurants verschwinden und die Zähne richtig pflegen.
Es gibt aber auch spezielle medizinische Zahnhölzchen. Das sind meist dreieckige Stäbchen aus einem weichen Material wie Balsaholz oder speziellem Kunststoff. Manche sind sogar zur Kariesvorsorge mit Fluoriden behandelt. Sie eignen sich ähnlich wie Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume.
Mundspülmittel – was können sie bewirken?
Ersatz für die Zahnbürste sind sie nicht – an der mechanischen Zahnreinigung führt kein Weg vorbei, will man Zahnschäden vermeiden. Deshalb ist der gelegentlich verwendete Ausdruck "chemische Zahnbürste" irreführend. Wohl aber können bestimmte Mundspüllösungen bei der Bekämpfung der Plaque-Bakterien und gegen Zahnfleischentzündungen helfen, denn sie enthalten Stoffe, die Bakterien abtöten oder ihre Vermehrung hemmen. Oft sind zudem Fluoride zugesetzt, die den Zahnschmelz härten. Manche dieser Mittel setzt der Zahnarzt vor und nach Eingriffen in der Mundhöhle ein, andere kann man nach dem Zähneputzen als zusätzliches Hilfsmittel zur Mundhygiene verwenden. Allerdings sollte man sich zuvor mit dem Zahnarzt beraten: Manche Inhaltsstoffe führen zu Verfärbungen oder schmecken abschreckend. Auch sollte man alkoholhaltige Mittel meiden, weil sie im Mund schädliche Abbauprodukte bilden.
Das gilt auch für die verbreiteten Mundwässer und Mundsprays. Sie verbessern zwar den Geruch des Atems, aber können mangelhafte Mundhygiene nur überdecken, nicht deren Folgen beseitigen. Zahnärzte raten von regelmäßigem Gebrauch sogar ab, weil diese Mittel die Mundflora schädigen und nützliche Bakterien abtöten können, also möglicherweise sogar Schaden anrichten.