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Tipp für Bewerbungen: Nicht zu freizügig im Internet

Das Internet ist die wohl umfangsreichste Informationsquelle, die der Menschheit je zur Verfügung stand. Doch es vergisst so leicht nichts und kann daher für Stellenbewerber zum Stolperstein werden, warnte kürzlich Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner. Denn immer häufiger, so ergab eine von Aigner beim Dimap-Institut in Auftrag gegebene Studie, befragen Arbeitgeber das Internet nach persönlichen Daten von Bewerbern, also etwa Meinungsäußerungen, Hobbys und private Vorlieben – mithin auch Informationen, die mit der Bewerbung direkt gar nichts zu tun haben. Bedenkliche Daten können dazu führen, dass ein Bewerber gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird.

In besonderem Maße gilt dies für Freiberufler wie niedergelassene Ärzte und Zahnärzte. Denn gerade bei einer kleineren Zahl von Mitarbeiterinnen, die eng mit ihrem Chef oder ihrer Chefin zusammenarbeiten, wie es häufig in einer Praxis der Fall ist, muss die „Chemie“ stimmen. Schon eine einzige Kollegin, die nicht ins Team passt, kann den Betrieb empfindlich stören. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, wenn der Arbeitgeber versucht, sich umfassend zu informieren. „Auch Freiberufler nutzen alle legalen Quellen, um sich ein Bild über ihre künftigen Mitarbeiter zu machen“, zitiert die „Ärzte-Zeitung“ (ÄZ) vom 21.8.09 den Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) Arno Metzler.

Bisher sind dem Verband der medizinischen Fachberufe (VmF) laut ÄZ offenbar keine entsprechenden Probleme mit medizinischem Personal bekannt geworden. Aber vermutlich würde die Kandidatin oder der Kandidat es auch gar nicht erfahren: „Ich glaube nicht, dass Ärzte die Ablehnung einer Bewerberin mit Informationen im Internet begründen würden“, zitiert die ÄZ die VmF-Sprecherin Heike Rösch.

Besonders schlecht kommen bei Arbeitgebern offenbar negative Äußerungen über bisherige Arbeitgeber an. Auch allzu freizügige Fotos oder YouTube-Videos können zum Nachteil gereichen. Gerade Jugendliche sind heute oft mit persönlichen, mitunter intimen Details aus ihrem Leben recht freigiebig. Das kann schon bald darauf zum Problem werden.

Freilich müssen nicht alle aus dem Internet gesaugten Informationen für den Bewerber nachteilig sein. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen, so ergab die Studie, entwickelten für bestimmte Bewerber sogar ein größeres Interesse aufgrund der im Internet gefundenen persönlichen Daten. Vor allem anregende Hobbys und soziales Engagement machen einen positiven Eindruck. Punkten kann man auch mit einer ansprechend gemachten privaten Homepage und über diese Plattform sein Image aufpolieren und seine Vorzüge hervorheben.

Quellen für Internet-Informationen sind vor allem die Suchmaschinen wie Google. Über Eingabe des Namens und vielleicht des Wohnorts gelangt man recht einfach an Seiten mit persönlichen Daten. Fundgruben sind oft soziale Netzwerke wie Facebook, Flickr sowie SchülerVZ, StudiVZ oder Stayfriends, wo man problemlos allgemein zugängliche Studien- oder Schuldaten abgreifen kann. Selbst als „privat“ gekennzeichnete Seiten sind dabei nicht unbedingt vor fremden Blicken sicher. Darüber hinaus gibt es spezielle Seiten, die gezielt persönliche Daten sammeln, etwa Spock, Yasni oder 123people.de.

Wer schon ungünstige oder fragwürdige Inhalte im Internet hat, wird sie nicht so leicht wieder los. Zwar kann man bei vielen Netzwerken per E-Mail die Betreiber um Löschen der Daten bitten, was in der Regel dann auch geschieht. Das ist auch bei Einträgen in Foren möglich, allerdings ist man stets auf den guten Willen des Betreibers angewiesen. Aber Suchmaschinen bewahren selbst solche gelöschten Daten meist noch längere Zeit in ihrem Zwischenspeicher (Cache) auf. Hier muss man selbst aktiv werden. Google etwa stellt für angemeldete Benutzer ein spezielles Tool bereit (unter „webmaster-tools“), mit dem man entsprechende Seiten zumindest aus den Suchergebnissen entfernen lassen kann – freilich nicht unbedingt einzelne Inhalte aus Seiten mit gesammelten Informationen.

(Quelle: KZV BW)

 

 



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