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Presse Blick in die Presse

Ärzteklima-Index: Schlechte Laune in den Praxen

Die Stimmung bei den Ärzten ist nach wie vor trübe, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg ermittelte. Bei dieser jüngsten Umfrage hat die GfK im zweiten Halbjahr 2008 online 467 Allgemeinmediziner und Internisten in Deutschland befragt, wie sie in einer Pressemitteilung vom 11. Mai 2009 schreibt. Der Wert des Ärzteklima-Indexes liege zurzeit auf einer Skala von minus 50 bis plus 50 bei minus 7. Das korrespondiert mit dem Medizinklima-Index der Stiftung Gesundheit, der im Frühjahr 2009 auf ein Rekordtief fiel.

Ursache für die schlechte Stimmung sind laut GfK unter anderem die negativen Erfahrungen der letzten zwei Jahre mit den Neuerungen der Gesundheitsreform sowie die Einschätzung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Lage der eigenen Praxis.

Die Meinung der Hausärzte zur Situation des deutschen Gesundheitswesens ist unverändert kritisch, so die GfK. Zwar werde die Qualität der medizinischen Versorgung in Deutschland von den Hausärzten für den aktuellen Zeitraum als gut eingeschätzt, die Behandlungsmöglichkeiten für Kassen-Patienten, die Arbeitsbedingungen als Arzt und die Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens beurteilten die Hausärzte dagegen als schlecht bis sehr schlecht.

Und noch düsterer als die aktuelle Situation schätzen die Hausärzte laut GfK-Umfrage die Zukunft ein. Der Index-Wert hierfür liege bei minus 16 Punkten und habe sich damit gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 ebenfalls nicht verändert. Die Ärzte sehen die zukünftige Entwicklung des deutschen Gesundheitssystems demnach höchst kritisch.

Besonders auffallend sei, dass alle Zukunftsindikatoren des GfK Ärzteklima-Index eine negative Entwicklung prognostizieren, obwohl am 1. April 2007 die wesentlichen Bestimmungen der neuen Gesundheitsreform in Kraft getreten seien. Demnach schienen Hausärzte dieser Reform nicht zuzutrauen, die Probleme des deutschen Gesundheitssystems nachhaltig in den Griff zu bekommen. Besonders deutliche Kritik üben die Ärzte an der zusätzlichen Arbeitsbelastung bedingt durch den im Zuge der Gesundheitsreform deutlich gestiegenen bürokratischen Aufwand. Er lasse immer weniger Zeit für die Behandlung der Patienten – obwohl etwa jeder zweite Arzt angab, mehr als 55 Stunden pro Woche zu arbeiten. Tatsächlich sind auch über 40 Prozent der Patienten der Ansicht, ihr Arzt nehme sich zuwenig Zeit für sie.

Als besonders negativ beurteilen die Ärzte laut GfK-Umfrage die wirtschaftliche Lage ihrer Praxen. Nur 15 Prozent schätzen sie als gut bis sehr gut ein, dagegen ein volles Drittel als schlecht bis sehr schlecht. Damit habe sich laut GfK die Einschätzung gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 kaum verändert, sei aber deutlich schlechter verglichen mit dem Vorjahr.

Der allgemein vorherrschende Pessimismus wirkt sich auch auf Investitionen und Personalstärke aus. Sieben Prozent der befragten Ärzte haben in den letzten sechs Monaten Personal abgebaut und 80 Prozent kein weiteres Personal eingestellt. Auch werden in den kommenden sechs Monaten 89 Prozent der Ärzte keine Auszubildende annehmen. Gerade unter den älteren Ärzten ist zudem die Neigung zu Investitionen zurzeit ausgesprochen gering: 77 Prozent der über 55-jährigen haben seit sechs Monaten nichts in ihre Praxis investiert, und bei den jüngeren auch gut die Hälfte der Befragten.

(Quelle: GfK-Pressemitteilung, Ärzte-Zeitung, KZV BW, 11.05.2009)



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