Die Festzuschuss-Modell Zahnersatz spart den Krankenkassen seit der Einführung 2005 Jahr für Jahr Ausgaben in Höhe von einer Milliarde Euro. „Wir sind nicht die Kostentreiber im Gesundheitswesen, ganz im Gegenteil“, betont Dr. Ute Maier, die Vorsitzende des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für die zahnmedizinische Versorgung der Bevölkerung seien seit Jahren rückläufig. Umso unverständlicher sei es, warum die Regierungskoalition nun erneut ein Spardiktat für Zahnärzte verhängen wolle.
Wie aktuelle Zahlen zeigen, steigen unterdessen die Kosten für den laufenden Betrieb einer Praxis, für Investitionen, für die Löhne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine Honoraranpassung ist bei den Zahnärzten ohnehin durch politische Verordnung strikt begrenzt auf die Grundlohnsummensteigerung (GLS). Bereits jetzt können die Kostensteigerungen damit nicht aufgefangen werden. „Die Regierungskoalition ist nun auf die Idee gekommen, auch diesen minimalen GLS-Wert noch zu halbieren“, sagt Maier verständnislos.
Zudem steht zu befürchten, dass die Anhebung der Honorare im Osten zu Lasten des Volumens im Westen vorgenommen wird. „Wir setzen uns sehr dafür ein, dass unsere Kollegen in den östlichen Bundesländern endlich diesen Malus verlieren“, stellt die Vorstandsvorsitzende klar. „Es kann ja aber nicht sein, dass es hier dann immer weniger wird.“ Und weiter: „Das muss verhindert werden!“
Vor dem Hintergrund der im Koalitionsvertrag niedergelegten konkreten Maßnahmen für eine echte Strukturreform der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Enttäuschung bei den Zahnärzten sehr groß.
(Quelle: KZV BW)