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Elektronische Gesundheitskarte: Rösler gibt abgespeckter Version neue Chance

So nah war die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) noch nie: Nach jahrelangem Streit haben sich Ärzte, Krankenversicherungen, Apotheker und Krankenhäuser jetzt darauf verständigt, der Karte in einer weniger komplexen Version noch eine Chance zu geben.

Zur Einigung soll auch Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) beigetragen haben: Wie die „Welt“ am 27. April berichtete, hatte Rösler das eGK-Projekt von seiner Vorgängerin Ulla Schmidt (SPD) übernommen und zunächst eine Bestandsaufnahme angekündigt. Seine anfängliche Skepsis legte er bald ab: In Sondierungsgesprächen mit Kassen und Ärzten sortierte er die Zuständigkeiten neu, um die gegenseitige Blockade in der Betreibergesellschaft Gematik zu beenden.

Nun sollen sich die Krankenkassen darum kümmern, dass die wesentlichen Daten der Versicherten elektronisch geprüft und aktualisiert werden können, wenn diese eine Arztpraxis betreten. Wer umzieht, braucht dann keine neue Karte mehr mit einer neuen Adresse. Die Bundesärztekammer soll dafür sorgen, dass auf jeder Karte für medizinische Notfälle die wichtigsten Daten gespeichert sind, während die Kassenärztliche Bundesvereinigung die Kommunikation innerhalb der Ärzteschaft möglich machen soll, wenn sich die behandelnden Ärzte etwa untereinander über die Behandlung ihres Patienten verständigen wollen (elektronischer Arztbrief).

Auf das elektronische Rezept, das die rund 700 Millionen Verordnungen pro Jahr auf Papier überflüssig machen sollte, wird vorerst verzichtet. Auch die elektronische Patientenakte wird in absehbarer nicht Realität werden.

Wie die „Welt“ weiter ausführte, ist noch unklar, ob und wann die verabredeten Funktionen Einzug in die Praxen halten, weil sich keiner der Beteiligten auf neue Termine festlegen möchte. Die Krankenkassen hätten aber bereits mehrere Tausend neue Karten an ihre Versicherten verschickt. Im Kassenarzt-Bezirk Nordrhein, der zu den Testregionen zählt, könnten sie theoretisch bereits eingesetzt werden. Dort hätten nach Angaben der Zeitung gut 70 Prozent der Ärzte neue Lesegeräte angeschafft. Bei Zahnärzten und Krankenhäusern seien es sogar mehr als 90 Prozent. In anderen Teilen Deutschlands müssten Krankenkassen und Ärzte noch verhandeln, wer für die neuen Geräte zahlt.

Ob und wie die Arztpraxen in das elektronische Datennetz um die Gesundheitskarte eingebunden werden, ist allerdings noch unklar – ein Punkt, der auf dem kommenden Ärztetag zur Sprache kommen wird. Die Vernetzung erfordert nämlich die Verknüpfung der Praxiscomputer mit dem Datennetz, wogegen in der Ärzteschaft Vorbehalte bestehen. Ohne diese Vernetzung können die Kassen zum Beispiel die einfache Aktualisierung der Daten nicht gewährleisten. Das Gesundheitsministerium prüft derzeit laut „Welt“, ob die Ärzte zur Verknüpfung mit dem Datennetz verpflichtet werden können.

(Quelle: KZV BW)

 

 



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